Rezensionen "Moskauer Fenster"
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CD Besprechung erschienen in der Zeitschrift "Jazz Podium" im September 2008, Autor: Rainer Bratfisch:

"Jazz in der Sowjetunion" ist trotz einiger Buchveröffentlichungen noch immer ein kaum erforschter Bereich der internationalen Jazzgeschichte. Welche Entwicklungen hier noch möglich sind, demonstriert das Trio des Moskauer Pianisten Juri Artamonov. Mit Martin Gehrmann,b, und Jochen Metze, dr, präsentiert er auf seiner ersten CD Schlager aus frühen sowjetischen Tonfilmen der dreißiger bis fünfziger Jahre von Komponisten wie Alexander Zfasman, Isaak Dunaewskij, Tichon Chrennikow, Wassilij Solowjew-Sedoj und anderen.
Nicht alle diese Lieder hatten im Original diesen markanten Swing-Rhythmus, und nicht alle Lieder wären dem Jazz-Genre zuzuordnen, wenn nicht Artamonov, der in Moskau bei Igor Brill und Jevgenij Gretschischev Klavier studierte, die zum Teil vergessenen Melodien in der Swing-Welt wiederbelebt hätte.
Obwohl: Manche der Lieder sind noch heute wahre Schlager, wie eben "Moskauer Fenster", dessen Text in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Oder "Waltz Boston" von Alexander Rosenbaum, ein Chanson neueren Datums,mit dem der Komponist, der auch als Chanson-Interpret auftritt, immer wieder für Begeisterungsstürme sorgt.
Artamonovs Auswahl macht neugierig und lässt ahnen, dass in der sowjetischen Musik noch Schätze lagern, die, entstaubt und leicht aufpoliert, sehr gut in die aktuelle Jazzlandschaft passen.
CD Besprechung erschienen in der Universitas, 2/2010
Inder untergegangenen Sowjetunion gehörte es zur Tradition, dass auch prominente Komponisten der "klassischen Musik" wie Dimitri Schostakowitsch, Sergej Prokofjew, Aram Chatschaturjan oder Alfred Schnittke "Filmmusik" schrieben. Häufig geschahh dies nicht ganz freiwillig: Entweder sie entzogen sich mit der Annahme solcher Auftragsarbeiten anderen, von der Partei an sie herangetragenen Projekten mit ideologisch-politischen Vorgaben oder es geschah aus einer momentanen Notlage heraus.
Jetzt hat der seit 2001 in Deutschland lebende russische Jazzpianist Uri Artamonov 16 der bekanntesten, zwischen den 30er und 50er Jahren entstandenen "Filmschlager" ausgewählt, für sein Trio mit dem Bassisten Martin Wehrmann und dem Schlagzeuger Jochen Metze arrangiert und in audiophiler Qualität auf CD eingespielt.
"Moskauer Fenster", so benannt nach dem gleichnamigen Lied von Tichon Chrennikow, lautet der Titel des musikalisch "zündenden" Albums. Allein mit vier "Hits" ist auch der außerhalb Russlands nicht unbekannte Isaac Dunajewsky vertreten: "Liebe soll man nicht rufen", "Leichtigkeit des Herzens", "Mondwalzer", und "Es gibt so viele gute Mädchen". Neben den Filmmusiken enthält Artamonovs Auswahl bekannte Kinderlieder wie das "Krokodil Gena" -Lied oder das Lied vom Tannenbäumchen "Jolotschka", ferner Chansons wie den "Waltz Boston" von Alexander Rosenbaum. Das Booklet bietet zu den einzelnen Songs, die längst ein Stück russische Musikgeschichte geworden sind, knappe, interessante Hintergrundinformationen.
CD Besprechung erschienen im Oldie Markt, 1/2010:
Auf welcher Grundlage man im Jazz improvisiert, ist eigentlich nicht so wichtig. Hauptsache, das Fundament besitzt eine gute Melodie. Deswegen kam der Moskauer Pianist auf die Idee, bekannte Film-Melodien und Kinderlieder auf seiner neuen CD einzuspielen, die er natürlich stilecht interpretiert. Seine Eleganz und sein Können am Klavier stehen deswegen im Vordergrund. Dank der Vorlagen ist das richtig beeindruckend.
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